Unter dem Motto „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn“ findet am Samstag, den 05. September 2026, von 13 bis 17 Uhr vor dem Reichstagsgebäude in Berlin eine angemeldete Demonstration statt. Initiatorin ist die Kinderärztin Dr. med. Bea Merscher, die in einer TV-Diskussion mit Bundeskanzler Friedrich Merz als „Nutznießerin“ des Gesundheitssystems bezeichnet wurde, weil sie die im Juli 2026 beschlossenen Kürzungen im GKV-Spargesetz und eine Reihe von Kürzungen, die Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung besonders hart treffen, als „Zerstörung des Gesundheitssystems“ kritisiert hat.

Synonyme für den Begriff „Nutznießer“ sind laut Duden -> Schmarotzer, -> Parasiten und -> Absahner. Also Personen die auf Kosten anderer aufgrund einer Situation oder Handlung profitieren, ohne selbst etwas dazu beizutragen. Der Begriff „Nutznießer“ ist hier also vollkommen fehl am Platz! Die Beschäftigten in Arztpraxen, in Kliniken, in der Pflege, im Rettungsdienst u.v.m. sind das Gesundheitssystem und wurden erst vor kurzem, während der Corona-Epidemie, sogar als „Systemrelevant“ eingestuft und Abend für Abend für ihren unermüdlichen Einsatz beklatscht!

Besonders in der medizinischen Versorgung von Kindern und in der Frauenheilkunde sind die Sparvorgaben so erheblich, dass durchaus von einer Frauen- und Kinderfeindlichen Politik gesprochen werden kann. Die Kürzungen die ab dem 01.01.2027 auf uns und auf Sie zukommen, werden unter anderem dazu führen, dass -> Sie als Patientin noch länger auf einen Termin warten müssen, weil die erlaubten Fallzahlen pro Arzt pro Quartal gedeckelt werden; dass -> Sie als Patientin künftig zahlreiche Leistungen (z.B. in der Krebsfrüherkennung und bei der Schwangerschaftsvorsorge) aus eigener Tasche zahlen müssen, da diese künftig nicht mehr als Kassenleistung zu haben sind; dass -> zahlreiche Arztpraxen schließen müssen, weil die Kosten für Personal, Räume, moderne Medizintechnik und EDV-Ausstattung nicht mehr bezahlt werden können und dass sich -> niedergelassene „Kassenärzte“ aus dem System der Kassenärztlichen Versorgung zurückziehen, um nur noch rein privatärztlich tätig zu sein, denn der Versorgungsauftrag den die Ärzte die der Kassenärztlichen Vereinigung angehören haben, kann nicht erfüllt werden, wenn die entsprechende Vergütung der Leistungen durch die Kassen nicht erfolgt.

In der Praxis liegen Unterschriftenlisten für eine Petition aus, die im Deutschen Bundestag eingereicht werden soll, um das beschlossene GKV-Sparpaket neu zu diskutieren und in der vorliegenden Form zurückzunehmen. Wir freuen uns wenn Sie diese Petition unterstützen – und auch wenn Sie am 05.09.2026 in Berlin vor dem Reichstagsgebäude dabei sind und wir dort gemeinsam gegen diese „Reform“ demonstrieren.